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Newsdetail
Ständerat: Verzicht auf freie Arztwahl wird nicht belohnt |
(14.12.2006) |
| Bei den Gesundheitskosten will der Ständerat keine neuen Anreize für Hausarzt- und HMO-Modelle. Einen tieferen Selbstbehalt lehnte er ab. |
| Der Vorschlag wäre besonders für Kranke attraktiv gewesen: Wenn jemand auf die freie Arztwahl verzichtet und stattdessen zur immer gleichen HMO-Gruppenpraxis geht, muss er an die Arztkosten nur noch die Hälfte des Selbstbehaltes zahlen. Dieser soll neu für normal Versicherte 20 Prozent betragen. Doch der Antrag von SPStänderätin Simonetta Sommaruga scheiterte am Widerstand der Krankenkassen Lobbyisten im Ständerat. Stattdessen verschlechterte der Rat die Bedingungen für Patienten, die sich einem Ärztenetzwerk angeschlossen haben, noch weiter. So können Krankenkassen die entsprechenden Verträge mit einer Mindestlaufzeit von drei Jahren versehen. Der Patient hat damit keine Möglichkeit mehr, zur freien Arztwahl zurückzukehren, wenn er ernsthaft krank wird. Diese Entscheide stossen nicht nur bei der Ärzteverbindung FMH auf Kritik, die den reduzierten Selbstbehalt ausdrücklich gefordert hatte. Auch der Chef der Krankenkasse Swica, bei der die Hälfte der Versicherten einem Ärztenetzwerk angeschlossen ist, zeigt sich enttäuscht. Die Kassen müssten die erzielten Kosteneinsparungen den Versicherten gutschreiben können, sagt Hans-Ueli Regius im «Tages Anzeiger»-Interview. Heute fliesse dieses Geld in den Risikoausgleich und fehle so dem Versicherer, «sodass er bei der Prämiengestaltung gegenüber Billigkassen nicht konkurrenzfähig ist». Quelle: Tagesanzeiger vom 6. Dezember 2006 |
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