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Kaufsucht

Ein Drittel aller Schweizer neigt zu unkontrolliertem Einkaufen.
"Viele Menschen benutzen das Geld, das sie nicht haben, für den Einkauf von Dingen, die sie nicht brauchen, um damit Leuten zu imponieren, die sie nicht mögen." Walter Slezak, Schauspieler und Sänger. Haben Sie sich schon einmal überlegt, wie viele Dinge Sie in letzter Zeit gekauft haben, die Sie nicht wirklich brauchten? Oder Käufe, die vielleicht günstiger hätten sein können, hätten Sie nur die Preise verglichen. Oft kommt eine ganze Menge zusammen. 

Was ist Kaufsucht?
Kaufsucht ist das in Anfällen auftretende, süchtige Kaufen von Konsumgütern, seltener auch Dienstleistungen. Die Sucht ist anderen Süchten (Drogen, Alkohol, Essen) sehr ähnlich. Sie äussert sich durch einen unwiderstehlichen Drang, der stärker als der eigene Wille ist. Es folgt eine Abhängigkeit bis zum Verlust der Selbstkontrolle. Es müssen immer teurere Dinge gekauft werden, um keine Entzugserscheinungen zu bekommen. Es sind aber nicht die Güter selbst, nach denen man süchtig wird. Oft liegt das Gekaufte zu Hause und wird gar nie oder nur wenige Male benützt.

Sind Frustkäufe schon Kaufsucht?
Jeder kennt das: Nach dem Ärger mit dem Partner oder dem Chef geht man in den nächsten Laden und "gönnt" sich etwas. Solche Frustkäufe sind psychologisch erklärbar. Sie sollen Defizite ausgleichen. Gefährlich wird es erst, wenn soche Defizite regelmässig durch Käufe überwunden werden und der Frustkauf zur Gewohnheit wird. 

Was sind die Konsequenzen der Kaufsucht?
Neben dem finanziellen Schaden ist die Kaufsucht oft von einem schlechten Gewissen begleitet. Selbstvorwürfe, Kritik anderer, insbesondere des Partners können schwere Depressionen zur Folge haben. 
 
Wie verbreitet ist Kaufsucht?
Mit steigendem Einkommen ist Einkaufen zur Freizeitaktivität geworden.
«Shoppen» ist bei 85,5 Prozent der 14- bis 24-Jährigen eine wichtige Freizeitbeschäftigung. Für 5% der Bevölkerung besteht eine starke, für bis 20% eine deutliche Kaufsuchtgefährdung. Von den 5% sind rund 60% Frauen und 40% Männer betroffen.
 
Was kann man gegen Kaufsucht tun? (Vgl. auch www.kaufsucht.org)

Geben Sie alle Kreditkarten zurück und bezahlen Sie nur noch mit Bargeld. Die Hemmschwelle, viel Bargeld auszugeben ist höher als bei "Plastikgeld". Zu einer wirklichen Überwindung gehört aber mehr. Am Anfang steht das Eingeständnis, dass man kaufsüchtig ist. Suchen Sie anschliessend das Gespräch mit einer Vertrauensperson oder nehmen Sie therapeutische Hilfe in Anspruch.

  
 
Quellen:
1) 
G. Scherhorn, L. Reisch, G. Raab; Kaufsuchtstudie; Universität Hohenheim, 70593 Stuttgart; Mai 2001
2)  Verena Maag; Zwanghaftes Kaufen: die diskrete Sucht;HSA Bern; 2004
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